Mit welchen Plattformen sollte man im kommenden Jahr arbeiten? Diese Frage stellt sich gerade jeder, der mit Influencer Marketing (oder Social Media Marketing allgemein) zu tun hat. Gibt es einen besonders heissen Tipp für die Kampagnenplanung 2019? Ist es besser alles auf einen Kanal zu setzen? Oder ist Multi-Plattform-Marketing angesagt? Und welches ist der trendigste Kanal im Influencer Marketing? Wir haben verschiedene Player der Szene interviewt, um herauszufinden, was für Agentur, Brand, Softwarefirma und natürlich Influencer die Social Media Trends 2019 sind.

Instagram? YouTube? Oder doch eher Pinterest?

Bei der Frage nach den Social Media Trends 2019 scheiden sich die Geister. “Was ist dein favorisierter Channel?”, haben wir einen Influencer, eine Agentur, eine Brand und eine Softwareplattform gefragt. „Definitiv Instagram“, sagt „Swissmeme“-Inhaber Zeki Bulgurcu, bekanntester Influencer der Schweiz. „Auf Instagram erreiche ich meine Zielgruppe viel besser, da Facebook in den letzten Jahren die Reichweite sehr stark eingeschränkt hat.“


Influencer Star „Swissmeme“ Zeki Bulgurcu postet am liebsten auf Instagram.

Caterina Reverdin spricht für einen bekannten Schweizer Brand: Sie ist Marketing & Talents Next Generation Manager bei Swisscom. Im Gegensatz zu Zeki favorisiert sie YouTube. Für Swisscom eigne sich YouTube besonders, da die Produkte in Videos besser zu vermitteln seien als mit Bildern. „Über Videos können wir mehr Content reinbringen und Kernaussagen positionieren. Verbunden mit einer gesunden Portion Humor können wir so auf authentische und persönliche Art und Weise vermitteln, wie und wer wir als Unternehmen sind“, sagt die Brandvertreterin.
Beide – Instagram und YouTube – gehören für Philipp Martin, CEO der All-in-One Influencer Marketing Software Reachbird, definitiv zu den populärsten Channels. Darüber hinaus sieht er grosses Potential in Pinterest. „Pinterest bedient zwei immer wichtiger werdende Themen im Influencer Marketing“, sagt er. „Das ist zum einen hochwertiger Content und zum anderen Performance. Durch zahlreiche Tech-Features erlaubt Pinterest die technische Umsetzung von Kampagnen mit genau diesen Zielsetzungen.“


Für Philipp Martin punktet Pinterest mit attraktiven Tech-Features.

Dem schliesst sich Tanja Herrmann von WebStages zumindest teilweise an. Die Gründerin und Geschäftsführerin der Agentur für Influencer Marketing favorisiert für 2019 Pinterest und IGTV. Beide Plattformen bieten ihrer Meinung nach neue Inspirations- und Interaktionsmöglichkeiten. Zudem seien die Algorithmen hier noch „freundlicher“, da sie sich in unseren Breitengraden noch in der Aufbauphase befinden. Anders ausgedrückt: „Man kriegt mehr Reichweite, da noch keine klassischen Werbekunden auf den beiden Plattformen sind. Wer sich diesen Vorsprung zunutze macht, profitiert auch langfristig“, sagt die Geschäftsführerin.

Plattform-Mix ist Pflicht – oder?

Einigkeit besteht zwischen den Playern der Influencer Marketing Szene weitgehend darin, dass ein Plattform-Mix favorisiert wird. Dabei geht es Influencer, Brand und Softwareunternehmen darum, User aus unterschiedlichen Zielgruppen auf ihren favorisierten Kanälen anzusprechen. Geschäftsführerin Tanja Herrmann gibt jedoch zu bedenken, dass eine crossmediale Kampagne aufwändiger ist und es mehr Content braucht, um auf den verschiedenen Kanälen nicht unterzugehen. Zwar könne mit einem crossmedialen Ansatz extrem viel bewegt werden, im Falle einer sehr fokussierten Kampagne könne es aber auch Sinn machen, mit der ganzen Power auf eine Plattform zu setzen.


„Auch eine Einkanalkampagne kann Sinn machen“, Tanja Herrmann, Gründerin und Geschäftsführerin von WebStages.

Warum Snapchat gar nicht gut wegkommt

Snapchat kommt beim Ausblick 2019 nicht gut weg. Zeki ist dort seit der Story-Integration und den „seltsamen Snapchat-Updates“ eher selten anzutreffen. Aus Brand-Perspektive ist Snapchat offenbar eher etwas für den privaten Gebrauch. „Snapchat wirkt aufgrund von Rückmeldungen aus der Zielgruppe im Kontext von Berufsbildungsmarketing weniger seriös“, sagt Caterina Reverdin. Ein Unternehmen wie Swisscom müsse zuallererst auf die Unternehmensreputation schauen.


Die Swisscom Managerin Caterina Reverdin setzt auf andere Kanäle als Snapchat.

Auch Tanja Herrmann von WebStages arbeitet nicht mehr so gerne mit Snapchat: „Seit der Lancierung von Instagram Story hat der Kanal generell an Relevanz verloren. Der neue Algorithmus hat der Beliebtheit der Plattform dann den Rest gegeben. Hinzu kommt, dass Snapchat in Bezug auf Reportings keine vernünftigen Schnittstellen bietet.“
Nur einer sagt: „Wir arbeiten generell gerne mit allen sozialen Medien zusammen“. Für Philipp Martin von Reachbird bestimmen letztlich die Social-Media-Nutzer, die Influencer und die Kooperationspartner die für sie relevanten Kanäle. „Als Tech-Lösung müssen wir ein professionelles Umfeld auf den gewünschten Plattformen für die Kunden zur Verfügung stellen.“

Optimismus prägt die Social Media Trends 2019

Der Influencer Zeki glaubt, dass ab dem kommenden Jahr mehr Firmen einsehen werden, dass sie im Influencer-Marketing ihr Geld viel geschickter investieren können. Als Vertreterin der Brands sieht Reverdin die Notwendigkeit der kontinuierlichen Weiterentwicklung im Influencer Marketing, damit diese junge Sparte auch langfristig erfolgreich ist. Die Softwareplattform ist hier optimistisch und sagt die deutliche Verbesserung der Kampagnenqualität voraus sowie nachhaltigere Kooperationen über die sozialen Medien hinaus. Auch die Agenturchefin ist von der zunehmenden Professionalisierung überzeugt. „Es wird mehr Influencer geben, die sich voll und ganz der Content Creation widmen können und damit verbunden eine Professionalisierung des Markts.“

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